03.09.2019

Marina

News Update zur PSD2: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Voller Enthusiasmus habe ich Anfang August noch von den Neuerungen berichtet, die die zweite EU-Zahlungsdienstrichtlinie (Payment Service Directive II, kurz PSD2) ab September 2019 für fymio mit sich bringen wird.

Endlich hatte ich also mein Soll erfüllt und die geneigten Blog-Leser auf den aktuellen Stand gebracht erfährt man nicht mal eine Woche später, dass das schon wieder kalter Kaffee ist. Doch was war passiert? Von der BaFin ist uns völlig überraschend ein Schrieb ins Haus geflattert, dass die PSD2 erst mal verschoben wird. Ähm ok, zwei Wochen vor dem Livegang wieder zurück auf Los, streichen sie nicht den Hauptgewinn ein, sondern beschäftigen sie sich mit der Frage wie wir jetzt mit dieser Information umgehen.

PSD2 erst mal verschoben: Was hat sich die Finanzaufsicht (BaFin) dabei gedacht hat?

Insgesamt kann man festhalten, dass die gesamte Branche dadurch mehr Zeit bekommt die geplanten Regelungen umzusetzen. Prinzipiell sicherlich nicht verkehrt, vielleicht ein bisschen kurzfristig an der Stelle. Hauptgrund ist, dass die Schnittstellen laut BaFin mangelhaft sind. Dies wird anscheinend als so gravierend eingestuft, dass ein zeitlicher Aufschub und sogar eine Verlängerung der Frist eingeräumt wurden. Ein genauer Termin zur Einführung der PSD2 steht zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht fest.

Wie fymio mit den Neuerungen umgeht: Großes Gewusel oder kollektive Gelassenheit?

Ganz klare Antwort: Sowohl als auch. Wir waren gut auf die vollständige Umsetzung der PSD2 vorbereitet. Und befanden uns gerade in der Hochphase für eine fristgerechte Umsetzung und Lieferung der Anforderungen. Durch die kurzfristige Veränderung der Rahmenbedingungen wurden wir nochmal ganz schön durcheinander geschüttelt und auf den Prüfstand gestellt. Letzten Endes dürfen wir also die bisherigen Zugangswege zu den Umsatzdaten unserer User weiterhin nutzen, zumindest so lange die Banken noch keine neue PSD2 Schnittstelle zur Verfügung gestellt haben. Zusätzlich hat die BaFin erklärt, dass beide Optionen durch eine sogenannte „starken Kundenauthentifizierung“ abgesichert werden müssen.

Konkret heißt das:

  • Es kann sein, dass du deine Onlinebankingdaten erneut in fymio eingeben musst nachdem du die App das erste Mal öffnest
  • Zusätzlich wird ein zweiter Sicherheitsfaktor (z.B. TAN) als Zustimmung von dir benötigt. Dies bedeutet noch mehr und vor allem stärkeren Schutz für deine Daten.
  • Je nach Bank kann der zweite Sicherheitsfaktor unterschiedlich ausfallen, z.B. kann es eine Push-TAN sein, aber auch eine Bestätigung des Zugriffs in der App deiner Bank ist denkbar. Welche Methode gewählt wird entscheidet deine Bank für dich, wir haben darauf keinen Einfluss.
  • Auch die Häufigkeit, wie oft du diesen zweiten Sicherheitsfaktor (z.B. TAN) eingeben musst wird unterschiedlich von deiner Bank gehandhabt. Nach spätestens 90 Tagen wird eine weitere Abfrage erfolgen.

 

Keep calm and implement PSD2

Das ist auf jeden Fall unser Motto für die nächsten Wochen. Wir sind bemüht das Thema für dich, als Nutzer von fymio, möglichst geräuschlos über die Bühne zu bringen. Die Unwägbarkeiten sind nach wie vor groß. Aus diesem Grund können wir an dieser Stelle nicht ausschließen, dass es vorübergehen zu Einschränkungen in fymio kommen kann. Wäre cool, wenn du ein oder auch zwei Augen zudrücken könntest. Umso mehr freuen wir uns, wenn wir eine smoothe Umstellung hinlegen können. Jetzt heißt es gespannt bleiben, Daumen drücken und vielleicht schon mal den Sekt kalt zu stellen. In diesem Sinne hört ihr von mir, falls es nochmal heißen sollte „erstens kommt es anders und zweites als man denkt“.